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Neue Gefahr aus dem Wasser: multiresistente Keime entdeckt

Eine neue Gefahr in unseren Gewässern

 

Die Welt steht vor einer ihrer größten Bedrohungen, so die WHO: weltweit verbreiten sich immer mehr Keime, die nicht mehr mittels Antibiotika bekämpft werden können. Einer neueren Studie zufolge, könnte die Zahl der Todesfälle, die durch  Infektionen ausgelöst werden, um das Jahr 2050 die Zahl der Krebstodesfälle bereits übertreffen.

In Deutschland gibt es, offiziellen Angaben zufolge, jährlich etwa 15.000 durch Infektionen bedingte Todesfälle, ein großer Anteil geht auf Infektionen mit multiresistenten Keimen zurück. Allerdings ist Dunkelziffer sehr hoch. Die wahre Anzahl könnte also deutlich höher liegen. Oft ist schwer zu entscheiden, woran ein Patient gestorben ist. War es die MRSA-Infektion? Oder war es die zu Grunde liegende Erkrankung? Und ganz sicher ist: die Krankenhäuser haben kein Interesse, für mangelnde Hygiene zur Verantwortung gezogen zu werden.

 

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„In Anbetracht des weit verbreiteten Einsatzes von Antibiotika in Veterinär- und Humanmedizin ist der Nachweis von antibiotikaresistenten Bakterien in Gewässern für sich genommen keine Überraschung.“

Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen

 

Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Babys und Menschen, deren Immunsystem durch andere Gründe geschwächt ist.

Nun breiten sich diese Antibiotika-resistenten Keime immer weiter aus. Nach einem Todesfall in Norddeutschland, ein Mann war in einen Bach gestürzt und anschließend an einer Infektion mit multiresistenten Keimen gestorben, ergriffen Journalisten des NDR die Initiative und untersuchten mehrere Gewässer in Niedersachsen.

Sie wollten wissen, ob in den Gewässern entsprechende Keime zu finden sind.

So worden aus insgesamt zwölf Bächen, Flüssen und Badeseen Proben entnommen und verschiedenen Instituten zur Untersuchung übergeben. Und die konnten in allen Proben multiresistente Erreger nachweisen! Das Ergebnisse hat auch Fachleute alarmiert.

Quelle: Tagesschau 20:00 Uhr, 06.02.2018, Oda Lambrecht/Christian Baars, NDR

Schockierende Funde: antibiotika-resistente Keime

Selbst das Robert-Koch-Institut zeigte sich geschockt:  „Das ist wirklich alarmierend“, meinte der dortige Antibiotika-Experte Dr. Tim Eckmanns zu den Ergebnissen. Überrascht war man vom Umfang der Funde, von der Anzahl, aber auch der Art, der nachgewiesen Erreger. Denn darunter waren auch Erreger, die gegen sogenannte Reserveantibiotika (Antibiotika, die nur zum Einsatz kommen, wenn normale Antibiotika nicht mehr greifen) resistent sind. Breiten sich solche Bakterien im Körper aus und lösen Infektionen aus, besteht praktisch keine Möglichkeit mehr, diese Infektionen zu stoppen.

Dr. Can Imirzaliogl, Arzt am Gießener Universitätsklinikum : „Wir haben Erreger gefunden, die bei bestimmten Patienten durchaus schwerwiegende Infektionen verursachen können und auch schon als sehr virulente, also sehr gefährliche Erreger beschrieben worden sind.“

Es ist unwahrscheinlich, dass in anderen Bundesländern diese Problematik nicht besteht. So bestätigte beispielsweise das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen bereits, dass auch Badegewässer in Bayern mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind.

Die Quellen der gefährlichen Erreger:

Problem 1: Massentierhaltung in der Landwirtschaft

Wie kommen diese brisanten Keime in Flüsse, Bäche und Seen? Da gibt es verschiedene Quellen. Die wohl kritischste ist die Tierhaltung. Dort werden jährlich Hunderte Tonnen Antibiotika gespritzt und, in einer Art kostengünstigem Rundumschlag, verfüttert. Über Gülle und Mist, aber auch schlicht über die Luft, gelangen diese Keime in die Natur. Dort transportieren sie Wind und Wasser weiter. Aber auch Insekten, Vögel, Hunde und andere Wildtiere verbreiten die Keime weiter.

 

Durch den massiven Einsatz der Antibiotika werden Resistenzen gefördert. Zum einen passen sich die Erreger an und es greift ein fataler Mechanismus: die Antibiotika töten zwar die Bakterien, gegen die sie noch wirken. Aber dadurch gibt es mehr Platz und Nahrung für die resistenten Keime, die sich nun dramatisch vermehren können.

Der Hintergrund - Warum ist die heutige Massentierhaltung so problematisch?

Der Hauptgrund sind wieder einmal wirtschaftliche Interessen: Der Verbraucher will immer günstigeres Schweine- und Geflügelfleisch. Die Bauern möchten kostengünstig produzieren. Tierärzte verdienen am Verkauf der Medikamente. Die Pharmaindustrie will Umsatz machen.

Heute fehlt es an Platz und Möglichkeiten und Willen. Zum Beispiel müssten kranke Tiere isoliert werden. Das ist zu aufwändig, zu teuer. Also verfüttert man einfach Antibiotika an alle Tiere, sobald eine Erkrankung festgestellt wurde. Oder gar präventiv…

In Deutschland dürfen Tierärzte auch Medikamente verkaufen. Manche Tierarztpraxen leben vorrangig vom Verkauf von Medikamenten: je mehr Antibiotika ein Arzt verkauft, desto mehr Geld verdient er! Ein schwieriges Konzept! In der Humanmedizin ist das übrigens verboten.

Die Pharmaindustrie tut natürlich ihr übriges dazu: über entsprechende Mengenrabatte und Sonderaktionen wird der Verbrauch noch angekurbelt. Zudem: die Entwicklung von Antibiotika ist aufwändig und teuer. Viel lukrativer ist beispielsweise die Entwicklung von Krebsmedikamenten. Oder generell von Medikamenten, die ein Patient auf Dauer einnehmen muss.

Klappt eine Behandlung nicht, wird eben zu den Reservemitteln gegriffen. So wird vor allem Colistin sehr schnell eingesetzt, wenn andere Antibiotika versagen. Colistin ist aber ein wichtiges Reserveantibiotikum auch für den Menschen. Selten erfolgt eine genaue Bestimmung der Krankheitserreger. Dafür ist keine Zeit. Der Landwirt will sofort eine Lösung. Und es fehlt auch Zeit und Raum, um kranke Tiere zu isolieren. Also behandelt man immer gleich den ganzen Stall.

Das ist ein Skandal. Man riskiert also den Tod vieler Menschen, nur um wirtschaftlich, billiges Fleisch produzieren zu können!

Es gibt keinerlei Statistik, welche Antibiotika in welchen Mengen genau verbraucht werden. Und auch keine Pflicht, eine solche detaillierte Kontrolle durchzuführen. Landwirtschaftsminister Schmidt brüstet sich zwar mit einem Rückgang der verbrauchten Antibiotika in Tonnen. Dabei wird ignoriert, dass die verschiedenen Mittel, Wirkstoffe in ganz unterschiedlichen Mengen enthalten. Und die Wirksamkeit der Antibiotika ja auch von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich sind.

Das ist so, als würde man einem Diabetiker vorschreiben, wieviel Gramm Lebensmittel er zu sich nehmen kann, ohne den jeweiligen Gehalt an Zucker zu berücksichtigen. Absurd!

Dazu kommen die vielen anderen kritischen Aspekte einer Massentierhaltung. Aber artgerechte Haltung, Tierschutz sind hier gar nicht Thema.

Hauptsache ist doch, im Supermarkt nebenan gibt es wieder günstige Schnitzel und Hähnchen! Der Export ins Ausland floriert, die Geschäfte laufen gut.

Wieder einmal liegt es in der Hand der Verbraucher, zu entscheiden. Oder den entsprechenden Druck aufzubauen, um eine notwendige Veränderung herbeizuführen.

Kläranlagen überfordert:

Problem 2: Abwässer aus Krankenhäusern und Kliniken

Eine andere wichtige Quelle sind die Abwässer. Insbes. In den Abwässern von Kliniken, Krankenhäusern und Altenheimen können die resistenten Keime nachgewiesen werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, gelangen sie doch über die menschlichen Ausscheidungen in die Abflüsse und von dort in die Kläranlagen.

Nun hat man aber auch  die geklärten Wässer, also das Wasser am Ausgang der Kläranlagen untersucht. Und auch dort wurden noch resistente keime in großer Zahl gefunden.

Kläranlagen sind nicht in der Lage, die Keime aus dem Wasser zu filtern. Sie verfügen nicht über die entsprechende Technik. So gelangen die Keime auch hier ungehindert in die Umwelt.

 

 

Und von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, zur Verunreinigung unseres Grundwassers, schließlich unseres Trinkwassers. So, wie die Landwirtschaft unsere Gewässer durch Überdüngung mit Nitraten überschwemmt und die Wasserversorger vor große Probleme stellt, so stellt die Massentierhaltung  eine Bedrohung für unsere Gewässer dar. Der schwarze Peter liegt auch hier bei den Wasserwerken. Die müssen einerseits ihre Kläranlagen aufrüsten und andererseits verhindern, dass derartige Keime in die Trinkwassersysteme gelangen.

So meinte Dr. Wolfgang Kohnen, Uniklinik Mainz bereits 2016: „In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Karlsruhe wurden Resistenz-Gene im Trinkwasser nachgewiesen, aber nicht die dazugehörigen Krankheitserreger. Das heißt zurzeit ist noch keine akute Gefahr, es zeigt aber was und in Zukunft erwarten wird.“

Fazit:

Multiresistente Keime sind auf dem Vormarsch. Sie wurden nun erstmalig in unseren Bächen, Flüssen und Seen nachgewiesen. Bei älteren Personen, Neugeborenen und  vorbelasteten Personen können diese Keime zu erheblichen Problemen führen. Bisher werden Gewässer noch nicht auf diese speziellen Keime hin untersucht. Kläranlagen können diese Erreger nicht ausfiltern. Die Politik ignoriert das Problem bisher und schiebt Verantwortlichkeiten zwischen den Ämtern hin und her. Die Gefahren werden so weiter zunehmen. Wird nicht reagiert, droht unser Wasser zum Transportmittel für Krankheitserreger zu werden, gegen die unsere Medizin machtlos ist.

Unsere Lösung: Gutes Wasser an unseren
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Seit 2012 etablieren wir im deutschsprachigen Raum unsere  Water4Life – Wassertankstellen. Hier kann sich jeder mit gutem Wasser versorgen, sich über Ideales Wasser und unseren Verein informieren und am „Trink Dich fit“ Programm teilnehmen.
Eine Water4Life Wassertankstelle veredelt vor Ort das vorhandene Leitungswasser zu idealem Wasser. Mit unseren „Mach mit und trink Dich fit“  Wassertankstellen, möchten wir die Menschen dazu einladen, die Heilkraft des Wassers kennen zu lernen und für ihre Gesundheit zu nutzen.

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