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Deutsche Forscher ermitteln: Potenziell tödliches Mineralwasser

Deutsche Forscher ermitteln: Potenziell tödliches Mineralwasser

Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, nunmehr Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, sagte einst anlässlich der Unternehmertage des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, dass Mineralwasser einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention leiste.

Neueste Forschungsergebnisse zeigen leider, dass dies nicht länger uneingeschränkt zutrifft.

In einer Dissertation des von Prof. Dr. Jörg Oehlmann geleiteten Institutes für Ökologie, Evolution und Diversität an der Goethe Universität in Frankfurt am Main haben deutsche Forscher sogenannte „Endokrine Disruptoren“ (EDCs), die das Wachstum und die Fortpflanzung negativ beeinflussen können, in 18 verschiedenen Mineralwasser-Marken gefunden.

Hormonstörende Chemikalie

Dazu Autor der Studie Dr. Martin Wagner: „Ich hab gedacht, Mineralwasser ist H2O plus Mineralien, wie man das als Unvorbelasteter denkt. Als wir dann östrogene Aktivität gefunden haben, sagten wir: Mensch, da müssen wir natürlich weiter forschen!“

Von den 24.520 suspekten Chemikalien, die bereits in Flaschenwasser gefunden wurden, zeigte eine besonders konsistente antagonistische Wirkungen auf Androgen- und Östrogen-Hormonsysteme, nämlich Di(2-ethyhexyl)Furumat (DEHF).

Endokrine Disruptoren sind Chemikalien, die auf vielfache Weise mit dem Hormonsystem wechselwirken; sie können bösartige Tumore erzeugen, Geburtsdefekte, Herzkranzgefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen und wie zuvor erwähnt noch andere Entwicklungsstörungen, des Weiteren Diabetes Typ I und II.

Die Wissenschaftler zeigten in ihrem Modell auch, dass die in den Proben vorhandenen Östrogene tatsächlich funktionell wie aktive Hormone wirken.

Aufgespürt werden die Hormone mit einer Schneckenart, die acht Wochen in der Plastikflasche leben „dürfen“, und deren hochsensibler Organismus bereits auf geringe Belastungen reagiert.

Die Anzahl der Embryos, die von den Schnecken produziert werden, werden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die in Glasflaschen leben darf. Anhand des Unterschiedes in der Anzahl der Embryonen lässt sich die östrogene Aktivität feststellen.

Mithilfe seiner Forschung stellte Martin Wagner fest, dass pro Mineralwasser-Marke ganz unterschiedliche Embryo-Anzahlen feststellbar waren, und dass dies mit der Art der Verpackung zusammenhängt.

„Während die Schnecken in Glasflaschen ganz normale Mengen Embryonen produzieren, stellen wir bei denen in den Plastikflaschen erhöhte Zahlen fest, was uns natürlich den Hinweis gibt, dass etwas aus dem Material herausgelaugt ist. Wir haben überall das gleiche Wasser eingefüllt, das heißt die einzige Variable war die Verpackung“, so der junge Wissenschaftler.

Die Unterschiede sind dabei durchaus drastisch, Dr. Wagners PET-Flaschen Schnecken produzierten in etwa doppelt so viele Embryone, wie die Vergleichsgruppe in den Glasflaschen – ein durchaus beunruhigendes Ergebnis.
Die genauen wissenschaftlichen Methoden finden Sie hier beschrieben: Anwendung von Biotests zur Charakterisierung der Expositionspfade für Umwelthormone aus Kunststoffen

Wie aber gelangen die Chemikalien ins Wasser?

Nun, so eine PET-Flasche ist gar nicht so dicht, wie man meinen sollte, das Plastik ist eigentlich porös, und zwar sogar so sehr, dass die in der Flasche enthaltene Kohlensäure sogar bis zu einem gewissen Grad durch den Kunststoff entweicht.
Dabei werden eben auch Chemikalien aus dem Plastik ausgewaschen und landen im Wasser.

Wie gefährlich können nun solche Stoffe sein?

Forscher haben in Tierversuchen verheerende Effekte beobachtet.
Kaulquappen werden zum Beispiel anstatt zu Fröschen zu Riesenkaulquappen.

Auch von Bisphenol-A, einem Weichmacher, ist bekannt, dass er wie ein Verhütungsmittel wirkt.

Professor Schönfelder von der Uni Würzburg erklärt zu Bisphenol-A, dass zu den sehr zahlreichen Wirkungen der Chemikalie unter anderem folgende gehören:Veränderung der Spermien-Qualität und -Menge, die Größe der Prostata ändert sich, vergrößertes Brustwachstum sowie ebenfalls Auswirkungen auf Diabetes Typ I und II, des Weiteren ebenfalls Fett- oder andere Stoffwechselstörungen.

Deutschlands größter Mineralwasser-Hersteller, Gerolsteiner, sowie der Verband Deutscher Mineralbrunnen verweigerten dazu gemäß unseren Recherchen jede Stellungnahme.

Eine Zusammenarbeit mit Dr. Wagner wird ebenfalls verweigert, dabei wäre die besonders wichtig, um herauszufinden, welche Chemikalien überhaupt im eingesetzten Kunststoff enthalten und gefährlich sind. Laut Wagner handelt es sich dabei um Industriegeheimnisse.

„Insofern tappen wir ein bisschen im Dunkeln und suchen nach der Nadel im Heuhaufen“, so Wagner.

Wenn nun in PET-Flaschen unbekannte, potenziell gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind, müsste man diese Flaschen nicht dann, so wie in Frankreich, aus dem Verkehr ziehen?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt dazu folgendes Statement ab:

„Auf Grundlage der Daten aus dem Schneckenmodell können keine wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen zum gesundheitlichen Risiko des Verbrauchers gezogen werden“.

Aus Sicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung „…müssen Verbraucher […] daher nicht auf Mineralwasser aus PET-Flaschen verzichten.

Oder anders gesagt: Solange ihr den Krebs nicht in harten Zahlen nachweisen könnt, nehmen wir zwar zur Kenntnis, was Ihr geforscht habt, es juckt uns aber nicht weiter.

Die besondere Hinterhältigkeit in diesem Standpunkt liegt darin, dass es bei der Vielzahl an Umweltgiften, mit denen wir belastet werden, schwer bis unmöglich ist, festzustellen, welches nun welche Symptome hervorruft.

Auf diese Tatsache zählt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Würde man nämlich nach der Devise vorgehen, „wenn die Gefahr einer gesundheitlichen Gefährdung besteht, wird der Stoff solange aus dem Verkehr gezogen, bis der Hersteller jenseits aller begründeten Zweifel bewiesen hat, dass der Stoff tatsächlich unbedenklich ist“, sondern wir haben es hier mit einer Beweislastumkehr zu tun.

Wir als Geschädigte müssen nachweisen, dass wir vergiftet werden, nicht der Hersteller muss die Unbedenklichkeit nachweisen.
Sowohl Professor Schönfelder als auch Dr. Wagner können die lachse Haltung der Behörde ebenfalls nicht nachvollziehen.

Prof. Schönfelder hält das Thema für evident wichtig, weil es unser aller Zukunft betrifft, und erklärt, dass es dabei nicht nur drum gehe, welche Auswirkungen diese Stoffe morgen oder übermorgen, sondern in den nächsten 10, 20, 150 Jahren haben. Eine Langzeitwirkung sei dringend zu erforschen, zumal diese Stoffe noch in sehr sehr langer Zeit ihre Wirkung entfalten werden.

So tauchen Chemikalien im Abwasser, bis sie durch den Schlick am Grund der Flüsse gesickert sind, etc., zum Teil überhaupt nach 12 Jahren erst wieder in den Trinkwasserbrunnen auf. 60% des deutschen Trinkwassers entstammt übrigens genau diesem Grundwasser.

Ferner geht das Umweltbundesamt (UBA) heute von Medikamentenrückständen aus allen Indikationsgruppen in sämtlichen Fließgewässern aus: Schmerzmittel, Betablocker, Narkoleptika, aber auch Hormone, wie etwa aus der Pille.

 

Mehr als 130 Einzelwirkstoffe wurden bislang in deutschen Binnengewässern nachgewiesen.

Aber nicht nur das: Am Abwasser von Städten lässt sich sogar u.a. der Cannabis- und Cocain-Konsum ableiten.

Ein Großteil der Stoffe gelangt nämlich über menschliche Ausscheidungen in die Gewässer. Der Rest findet den Weg dorthin, weil er einfach über die Toilette entsorgt wird.

Zahlreiche Studien haben mittlerweile ergeben: Fische wurden bereits durch Hormone aus Antibabypillen geschädigt. Auch Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) aus importierter Kleidung gelangten beim Waschen ins Wasser.

Neben Spuren von Medikamenten kommen auch neue Stoffe hinzu. Rückstände aus Nanotechnologie oder Pflegeprodukten etwa. Selbst Süßstoffe aus der Nahrung verarbeitet der menschliche Körper nicht. Die Risiken sind bislang – aufgrund der fehlenden Zukunftsforschung – noch nicht absehbar.
Gemäß dem Lüneburger Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Kümmerer, der an der Leuphana Universität das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie leitet, haben wir auch deswegen kaum Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier, weil sich die Stoffe in Wasser und Boden chemisch verändern.

“Wir müssen vermehrt dafür sorgen, dass derartige Stoffe nicht in den Wasserkreislauf kommen”, forderte er.

Dazu auch ein Video: The Story of ‪BottledWater‬ (deutsche Übersetzung)

Wie kommt das Wasser in die Flasche?

Der Film zeigt uns, wie unser „normales Trinkverhalten” die Industrie bestimmt. Oder bestimmt die Industrie unser Trinkverhalten?

Meine Damen und Herren, seien Sie wachsam!

Eine vernünftige Alternative zu PET-Flaschen gäbe es denn auch schon, nämlich Leichtglas, welches ein Drittel von normalem Glas wiegt.Siehe Leichtglas reduziert den Rohstoff-Verbrauch und die CO2-Emissionen.

Und zu den 18 Marken, diese bedeutet, dass die Testergebnisse aufgrund von 18 Mineralwassermarken entstanden sind. Dieses muss immer in Studien angeben werden. Um welche Marken es sich direkt handelt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Bitte bedenken sie, Mineralwasser- Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt. Nur weil 18 Marken geprüft wurden, bedeutet dies nicht, dass die anderen in Ordnung sind.

Interessierte Leserinnen finden die Studie/Dissertation hier und schauen Sie sich bitte die Fotos in den Studien an.

Biomonitoring und Bioindikation am Beispiel endokriner Disruptoren, Jörg Oehlmann Goethe Universität Frankfurt am Main

Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles

Berlaymont-Erklärung zu hormonstörenden Chemikalien (EDC’s)

Artikel: Claus Ferdinand Ascher für die Netzfrauen
Quelle: netzfrauen.org


Was können Sie tun?

Die Antwort ist einfach: Trinken Sie kein Wasser aus Flaschen, schon gar nicht aus Plastikflaschen! Zudem sollten Sie einen hochwertigen Wasserfilter nutzen, der alle Fremdstoffe, wie Schwermetalle, Medikamente, Hormone und sonstige Chemikalien aus dem Wasser filtert. Water4Life empfiehlt Ideal Water Wasserwerke.

24.000 Chemikalien sind doch recht viel, die Sie möglicherweise mit Ihrem Trinkwasser aufnehmen! Natürlich sind nicht alle dieser Chemikalien gefährlich. Aber warum Risiken eingehen? Besonders fragwürdig ist es, Wasser aus Plastikflaschen zu trinken, die in der Sonne lagen. Hier kann man das Plastik unter Umständen sogar schmecken.

Lesen Sie auch:

Warum Sie kein abgefülltes Wasser trinken sollten!

Nie mehr Wasser aus PET-Flaschen

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