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EU-Kommission legt neue Trinkwasserrichtline vor

Das Trinkwasser in Europa soll besser werden

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit arbeitet die EU an einer Überarbeitung der Trinkwasserrichtlinie: die Qualität des Trinkwassers soll verbessert werden, die Verfügbarkeit erhöht werden. Man lese und staune: Nach Schätzungen von Right2Water haben zwischen sechs und acht Millionen Europäer keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser oder guten Sanitäranlagen. Und etwa 20 Millionen Menschen in Europa leiden unter Qualitätsproblemen des Trinkwassers.

Die EU-Kommission in Brüssel möchte die europäische Trinkwasserrichtlinie umfassend modernisieren und an die aktuellen Gegebenheiten und Verunreinigungsquellen anpassen. Die Trinkwasserverordnung besteht nämlich unverändert seit 1998 – obwohl sie alle 5 Jahre aktualisiert werden sollte.

 
Novelle der EU-Trinkwasserrichtlinie von Umweltministern abgesegnet –  März 2019

Die EU benennt in ihrem Vorschlag fünf Bereiche, in denen Verbesserungsbedarf besteht:

  • Parameterliste – es werden insgesamt 18 neue oder überarbeitete Parameter von Schadstoffen benannt, deren Einhaltung und Überwachung die Voraussetzung für eine hohe Wasserqualität ist.
    Siehe auch unseren Blog-Beitrag: Die 5 größten Gefahren für unser Trinkwasser
  • Anwendung des risikobasierten Ansatzes – es sollen vor allem Risiken ausgeschlossen werden, um effizient und kostengünstig handeln zu können.
  • Mehr Transparenz in Wasserfragen: die Verbraucher sollen transparenter und zeitgemäß (Internet, Handy-Anwendungen etc.) informiert werden.
  • Materialien, die mit Trinkwasser in Berührung kommen dürfen die Wasserqualität nicht gefährden. Hier soll eine Liste von Stoffen erstellt werden, mit denen Wasser auf dem Weg in die Haushalte nicht in Berührung kommen darf.
  • Der Zugang zu Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen soll für alle Europäer gleich gut sein. Etwa 4,5 Millionen Bürger verfügen nicht über sauberes Trinkwasser.

 

Das bringt die neue Richtlinie

Die Kommission benennt dabei insgesamt 18 neue oder überarbeitete Parameter von Schadstoffen, deren Einhaltung und Überwachung die Voraussetzung für eine hohe Wasserqualität ist.

Die alte Verordnung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Neu berücksichtigt werden nun zum Beispiel hormonaktive Substanzen. Dieses Thema hatten wir schon mehrfach in unserem Blog aufgegriffen.

Neu ist auch, dass nun das Thema Mikroplastik Beachtung findet und dessen Gehalt im Trinkwasser genauer überwacht werden soll.

Zudem will man generell die Leitungssysteme genauer regeln. Ideal ist, wenn das Wasser auf seinem Transport von der Quelle zum Verbraucher nicht mehr mit schädlichen Materialien in Verbindung kommt. Hier spielt das Schwermetall Blei nach wie vor eine unrühmliche Rolle. Hier ist eine Art Positivliste denkbar, d.h. eine Liste von Materialien und Werkstoffen, mit dem Wasser in Berührung kommen darf, die also unter gesundheitlichen Aspekten unbedenklich sind.

Letztendlich will man mehr Verbraucher davon überzeugen, statt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, doch Leitungswasser zu trinken. Auf diesen ökologischen Wahnsinn haben wir oft genug hingewiesen. Und ökonomisch? Etwa 600 Millionen Euro könnten die europäischen Verbraucher da einsparen!

Allein in Deutschland werden jährlich rund 14,7 Milliarden Liter von der Mineralwasserindustrie verkauft. Der Durchschnittsverbrauch an Mineralwasser stieg von zwölf Liter (1970) auf 149 Liter je Kopf (2016).

Apropos Kosten: natürlich gibt es auch Kritiker 1,6 bis 2,2 Milliarden sollen die Reformpläne kosten.

Insbes. in Österreich wird aktuell scharf diskutiert. Man fürchtet den höheren bürokratischen Aufwand, verfügt eh über das beste Wasser. Schließlich fürchtet die ansässige Gastronomie sowieso den Untergang abendländischer Kneipenkultur: die EU will dort nämlich das kostenlose Glas Wasser während einer Bewirtung durchsetzen! Und generell sollen mehr öffentliche Brunnen und Zapfstellen für Trinkwasser bereitgestellt werden.

Letztlich dreht sich also wieder einmal alles ums Geld.

Aus dem Fact-Sheet der EU-Kommission zur Wasserqualität (eigene Übersetzung)
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3982.pdf

Right2Water ist noch unzufrieden

Nicht ganz zufrieden äußerte sich auch die europäische Bürgerinitiative Right2Water, die ja Auslöser für die nun vorgelegte Überarbeitung der Trinkwasserrichtlinien war. Right2Water hatte 2013 1,8 Millionen Unterschriften für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und guten Sanitäranlagen gesammelt.

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wenig ambitioniert“, sagte Sprecher Pablo Sanchez und verweist auf die eingangs erwähnten, selbst in Europa bestehenden, Probleme der flächendeckenden Versorgung mit sauberem Wasser.

Weltweit sind es übrigens mehr als zwei Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Das unterstrich die Uno in Ihrem aktuellen Weltwasserbericht, der gerade veröffentlicht wurde.

Der Erfolg von Right2Water

Trinkwasser nimmt bei vielen Europäern eindeutig einen hohen Stellenwert ein. Es stand im Mittelpunkt der allerersten europäischen Bürgerinitiative „Recht auf Wasser“ (Right2Water), mit der über 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt wurden und die von der Kommission befürwortet wurde. Im Rahmen dieser Initiative, die der Kommission im Dezember 2013 vorgelegt wurde, wurde insbesondere darauf verwiesen, dass „die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben“, und die EU wurde nachdrücklich aufgefordert, „ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu sichern, zu verstärken“.

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