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Wieder ein Skandal: Nestlé kassiert, Vittel dörrt aus

Vittel fürchtet um sein Wasser

Nestlé Vittel ist eines der beliebtesten Mineralwässer der Welt, aber die Quelle der ostfranzösischen Stadt Vittel droht zu versiegen.

Anwohner und Umweltschützer beschuldigen Nestlé Waters, die Eigentümerin der Marke Nestlé Vittel, die lokale Quelle, die die Stadt und die Abfüllanlage mit Wasser versorgt, „überbeansprucht“ zu haben. Das Unternehmen selbst bestreitet den Vorwurf.

Nestlé Vittel darf jährlich eine Million Kubikmeter für ihr Mineralwasser“ Vittel Bonne Source“ entnehmen. Dieses Wasser wird dann nach Deutschland und in andere Nachbarländer exportiert. Für seine anderen Wässer würde Nestlé andere Quellen nutzen – so Nestlé.

Wasser ist ein Menschenrecht

Das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser bedeutet:

  • ausreichend Wasser für kontinuierliche persönliche Bedürfnisse und den Haushalt, wie Hygiene, sanitäre Zwecke und Essenszubereitung.
  • sauberes Wasser, das frei von gesundheitsschädlichen Verunreinigungen ist.
  • akzeptables Wasser, das in Farbe, Geruch und Geschmack zumutbar ist und Wasserzugang, der kulturelle Besonderheiten berücksichtigt.
  • erreichbare Quellen, in der Umgebung des Haushaltes, der Schule oder des Arbeitsplatzes im Umfeld von 1.000 Metern oder weniger als 30 Minuten Fußweg entfernt.

Nestlé Vittel – Die Bürger sind sauer

Die 5.000 Bürger in der Vogesen-Gemeinde Vittel sind sauer. Ein Verbraucherverband beklagt die Ausbeutung der lokalen Quelle: Der unterirdische Wasserstand sinkt seit 1990 um 30 Zentimeter pro Jahr, so das geologische Büro der französischen Regierung. Er ist in den letzten vier Jahrzehnten um 10 Meter gefallen. Zwar hat Nestlé Vittel seine Fördermenge bereits um 25% gesenkt. Das aber reicht nicht. Der Wasserspiegel sinkt weiter. So müssen die Einwohner der Stadt einmal aufwändig und teuer Wasser aus der Nachbarschaft „importieren“.

Diese Kosten müssten wohl die Anwohner tragen. So formuliert einer: „Im Sommer müssen wir Wasser sparen. Bald müssen teure Rohrleitungen verlegt werden um aus den Nachbarregionen Wasser herbeizuholen. Dies, damit Nestlé weiterhin unser Wasser nehmen und teuer exportieren kann!“

Nestlé beansprucht etwa 30% des Wasserverbrauchs für seine Geschäfte. Das entspricht etwa 750 Millionen Liter. Weitere 20% benötigt ein lokaler Käseproduzent. 40% steht der Ortschaft zur Verfügung.

Ein wachsender Markt

Der weltweite Bedarf an abgefülltem Wasser steigt von Jahr zu Jahr. Nestlé betreibt dieses lukrative Geschäft allerdings nicht alleine: so bedienen auch Coca Cola und Danone diesen Milliardenmarkt.
Dies geschieht leider besonders in den Entwicklungsländern, in denen die Wasserqualität oft zu schlecht ist. Hier sichern sich die Konzerne die Wasservorräte über fragwürdige Lizenzen und verkaufen das Wasser dann teuer an die Anwohner. Das Problem: die wenigsten Bewohner dort können sich die hohen Preise für das „abgefüllte Wasser“ überhaupt leisten.

 

Ökologisch und ökonomisch ein Wahnsinn

Aber auch wir, die Industrienationen, befeuern diesen Markt unnötig. So hat alleine die Bundesrepublik im letzten Jahr ca. 1,2 Milliarden Liter Mineralwasser importiert! 1,2 Milliarden Liter – das entspricht etwa 90.000 LKW-Ladungen. Nicht gerechnet der Energieaufwand, den der Verbraucher erbringt, um das Wasser aus den Getränkemärkten zu holen und nachhause zu transportieren.

Sendung Frontal (ZDF) vom 9.5.2018
Das Wasser wird knapp in Vittel. Nur wenige Flaschen des berühmten französischen Mineralwassers sollen die Einwohner des Vogesenstädtchens am Brunnen abzapfen.

Immer wieder gerät Nestlé so in die Kritik. Sei es in Äthiopien, wo große Dürre herrscht, während Nestlé eine große Abfüllanlage betreibt. Dort werden pro Stunde etwa 50.000 Liter abgepumpt. Sei es in Kalifornien, das zunehmend unter einer langanhaltenden Dürre leidet.

Oder der US-Staat Michigan. Für die Nutzung der Quellen zahlt Nestlé 200 Dollar. 200 Dollar für ca. 500 Millionen Liter Wasser. Gewinnmarge? Wir verzichten aus Nachrechnen… Aber die Kunden zahlen etwa 160 mal so viel für das Plastikwasser, wie für Leitungswasser!

Geschäftlich lohnt sich das allerdings. Etwas 8 Milliarden Franken verdient der Konzern jährlich mit seiner Wassersparte. Das Prinzip ist ganz einfach: man verkauft abgefülltes Tafelwasser. Das ist Leitungswasser in Plastikflaschen. Dieses wird direkt aus dem Grundwasser abgepumpt und wird deswegen in einigen Ländern von Wasserschutzgesetzen nicht erfasst.

 

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Grundrecht des Menschen. Wir sind gegen jegliche Privatisierung und Kommerzialisierung der Wasserversorgung. Wir sind der Meinung, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist Aufgabe der Länder, der Politik. Jedenfalls ist nicht einzusehen, dass sich einige wenige Konzerne, Privatpersonen oder Aktionäre auf Kosten der Bevölkerung eines Landes bereichern oder gar Opfer unter der armen Bevölkerung aus reiner Profitgier billigend in Kauf zu nehmen.

Quellen & Links:

ZDF Frontal: Das Geschäft mit dem Durst
Frankfurter Rundschau: Watergate für Nestle?
Stern: Das lukrative Geschäft mit dem Wasser
Der Nestle Wasserskandal
DGVN: Menschrecht Wasser

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